Deutscher Gießereitag im April 2016 in Magdeburg – Vortrag von Dr. Anja Henke

Wachstumsstrategien in gesättigten Märkten – Branchenbeispiel Gießereien


  • Über die Referentin Frau Dr. Anja Henke, Beraterin, Rednerin, Autorin

Frau Dr. Henke ist Spezialistin für Wachstumsstrategien in gesättigten Märkten und für die Lösung schwieriger Situationen in Unternehmen. Mit ihrem Team berät die Naturwissenschaftlerin Konzerne und Mittelstand zu Umsatz- und Ertragswachstum, Innovation und Marktführerschaft. Die frühere McKinsey-Beraterin gilt seit vielen Jahren als ausgewiesene Wachstumsexpertin. Sie ist Rednerin, Buchautorin und Verfasserin von mehr als 30 Fachbeiträge in renommierten Management-Zeitungen und Blogs.

  • Ausgangslage: Die Stärke der Gießereibranche … ist bedroht

Die deutsche Gießereibranche ist stark in Produktivität, Produktion, Umsatz und Beschäftigtenzahlen. Doch diese Stärken bröckelt: Der Auftragseingang und die Auslastung sinken, die Abnehmerindustrien sind volatil, eine Vielzahl von Wettbewerbern ist herangewachsen. Viele Gießereien befinden sich in einem ruinösen Preiskampf mit hohem Druck auf die Erträge. Dies wird noch verstärkt vom gesetzlichen Rahmen und der Politik. Dies trifft eine traditionell geprägte Branche mit eingeschränkter Agilität.

  • Die Reaktionen heute: Viele Unternehmen in der Defensive

Noch sind die Strategien der Gießereien eher defensiv ausgerichtet, trotz vieler guter Strategien und Innovationen. In der Regel geht es darum, die Preiskämpfe zu bestehen und die bestehende Tonnage zu halten. Das führt zu Kostenanpassungen und Restrukturierung, nicht jedoch zu neuem Wachstum. Die eigenen, einzigartigen Stärken geraten aus dem Blick und werden kaum eingesetzt.

  • Die Konsequenzen: Die Gießereibranche am Scheideweg

Derzeit dominiert der Ruf nach einem besseren gesetzlichen Rahmen (z. B. EEG oder TA Luft), der Ruf nach Rettung. Welches Schicksal wählt die deutsche Gießereibranche? Die Uhr tickt! Entweder geht es in Richtung Untergang oder in Richtung Selbsterneuerung.

  • Nichts Neues: Die Themen liegen seit den 90er Jahren auf dem Tisch

Diese Entwicklungen sind nicht neu; schon seit den 90er Jahren wurde der Branche der ruinöse Preiskampf prognostiziert (Kiel / Volkholz 1998). Ebenso wurden bereits die Themenfelder definiert, die konkret anzugehen waren. Dies umfasste sowohl Geschäftsmodelle als auch Produktion und F&E.

  • Was es braucht: Die (emotionale) Akzeptanz von Handlungsbedarf!

Basis für das Gestalten der eigenen, vorhersehbaren Zukunft ist die (emotionale) Akzeptanz von Handlungsbedarf, sonst bleibt nur das „Weiter wie bisher“ und „Mehr vom Selben“. Um in die Offensive zu kommen, gilt es zunächst strategischen Gestaltungswillen zu entwickeln.

  • Lösungswege: Wachstumsstrategien, Innovationen, Agilität

Strategien und Möglichkeiten für den Erfolg sind reichlich vorhanden. Auf Basis der in jedem Unternehmen vorhandenen Stärken lassen sich Wachstumsstrategien, Innovationen und Agilität entwickeln.

Ein Beispiel ist das Entwickeln eines Portfolios von Wachstumsstrategien. Zunächst gilt es, das Potenzial des bestehenden Geschäfts ausschöpfen, etwa über eine optimierte Steuerung.

Dann folgt die Erweiterung des bestehenden Geschäfts, zum einen über Produkt- und Serviceinnovation, zum anderen über Geschäftsmodell-innovation. Viele Gießereien entwickeln schon lange neue Geschäftsmodelle, etwa durch Weiterbearbeitung oder Services.

Das Erobern neuer Geschäfte schließlich basiert darauf, Veränderungen zum eigenen Vorteil zu nutzen.

  • Fazit: Die Zukunft liegt der Hand  der Unternehmen

Es liegt an den Unternehmen selbst, wie erfolgreich sie zukünftig sein werden. Eines ist dabei sicher: Ein „Weiter wie bisher“ wird mit großer Wahrscheinlichkeit zum Niedergang führen. Wenn jedoch alle Beteiligten entschlossen handeln, sind neue Wachstumserfolge und Marktführerschaft realisierbar.


Weitere Informationen finden Sie im Artikel von Frau Dr. Henke, Anja: Wie die Gießereibranche auch zukünftig erfolgreich sein kann, in: Gießerei 103 (2016), Nr. 4 in unserem Pressebereich.

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